Mountainbike im Eigenbau
(Aufbau 2016)

 

technische Details:
 
Rahmen / Rahmengröße: GHOST FSP (Aluminium) / 48 cm
Federgabel: Rock Shox Recon Silver TK Solo Air PopLoc (100 mm Federweg)
Steuersatz / Vorbau: Neco (Ahead) / KTB Line 31,8 mm
Lenker: Truvativ Hussefelt Comp Riserbar 31,8 mm - 700 mm
Griffe: Ergon GP2
Federbein: Rock Shox Ario RL 165/38 (~40 mm Federweg)
Sattelstütze: Ritchey Comp 27,2 mm - 300 mm
Sattel: XLC Everyday II
Umwerfer / Schaltwerk: SRAM X7 High Clamp / SRAM X9
Schalthebel: SRAM X7
Bremsen / Bremsbeläge: Shimano Deore BR-M615 / Shimano G01A
Bremsscheiben: Shimano Deore SM-RT54 - Centerlock - 180 / 160 mm Disc
Kurbel: Shimano Deore FC-M590 (44-32-22)
Innenlager: Shimano Deore SM-BB51
Pedale: BBB MountainHigh BPD-32
Kassette: Shimano Deore CS-HG300 (11-34 / 9-fach)
Kette: Shimano Deore CN-HG53 (9-fach)
Laufradsatz: Shimano WH-MT15
Reifen: Schwalbe 'Smart Sam' (26" x 2,10")
Farben: blau / rot / schwarz
Gewicht: 14,7 kg
Bike-Computer: CicloSport CM 4.4A

 

Aufbau:
 

Der Rahmen verfügt über Aufnahmen für Cantilever- und Scheibenbremsen:

Ich hatte kurz an eine 'Magura HS33' (hydraulische Felgenbremse) gedacht, mich dann aber schon aufgrund des Preises für Scheibenbremsen entschieden. Die Gabel habe ich passend nur mit Scheibenbremsenaufnahme gesucht. Meine Wahl viel auf eine alte 'Manitou Axel Elite' (Modell 2003):

Den Gabel-Konus hat mir mein Händler aufgeschlagen, die Ahead-Kralle war schon vorhanden. Zum Einpressen des Steuersatzes hat mir ein Kollege sein selbstgebautes Einpresswerkzeug geliehen:

Zuerst werden die Lagerschalen eingepresst, dann die Kugellager in die Schalen gedrückt. Im nächsten Schritt wird schon die Gabel von unten durch die Lager geschoben und von oben wieder mit einem Konus fixiert. Es folgen Spacer und Steuersatz, der über die Ahead-Kralle bzw. -Schraube leicht vorgespannt und über die beiden Innensechskantschrauben befestigt wird. Fertig montiert sieht das Ganze dann so aus:

Als Nächstes habe ich Innenlager und Kurbelgarnitur in Angriff genommen ... Nachdem mein "self made-Fully" vordergründig ein Bastelprojekt ist und ich nicht vor habe, damit technisch anspruchsvolle Strecken zu fahren, habe ich mich meist für einfache 'Shimano Deore'-Komponenten entschieden:

Ein Glück werden bei älteren Rahmen die Innenlager nicht gepresst, sondern die Lagerschalen noch geschraubt. Dafür wird zwar ein Spezialwerkzeug benötigt:

... aber die Montage ist auch jedem Hobbyschrauber möglich. ;-) Fertig eingebaut sieht das Ganze dann so aus:

Weiter ging es mit dem Laufradsatz ... Die Radaufnahmen sind durch Gabel und Rahmen vorgegeben. Bei mir sind das klassische Schnellspannachsen mit 100 mm (Vorderrad) bzw. 135 mm (Hinterrad). Bei den Bremsscheibenaufnahmen habe ich mich bewusst für Centerlock entschieden, da ich die Gelegenheit nutzen und meinem Fatbike bessere Scheiben spendieren wollte. Für die Montage der Bremsscheiben ist wieder ein Spezialwerkzeug erforderlich:

... mit dem auch die Kassette am Hinterrad montiert wird:

Da mein Kumpel Ike mir sein altes 9-fach Schaltwerk nebst Trigger überlassen hat, habe ich mich für einen klassischen 3x9-Antrieb entschieden.

Als nächstes habe ich Umwerfer:

... und Schaltwerk am Rahmen montiert:

... und die Schaltzüge (die bereits an den Triggern befestigt waren) durch die Bowdenzüge gezogen. Die Bowdenzüge, die vom Rahmen zum Lenker führen, musste ich noch passend kürzen. Mit einem Seitenschneider ist mir das leider nicht gelungen, hier musste die Eisensäge herhalten. ;-)

Nachdem die Schaltzüge am Umwerfer bzw. Schaltwerk befestigt waren, habe ich die Kette montiert. Zur Bestimmung der Kettenlänge gibt es mehrere Möglichkeiten bis hin zur Berechnung. Ich habe mich für die einfache Variante entschieden: Die Kette über das große Kettenblatt und das größte Ritzel führen und dabei nicht in Umwerfer und Schaltwerk einfädeln. Wo sich der Kettenkreis schließt, eineinhalb Kettenglieder überstehen lassen und die Kette mit einem Nieter öffnen (kürzen). Anschließend kann die Kette durch Umwerfer und Schaltwerk gefädelt und mit einem Nietstift (oder Kettenschloss) wieder verschlossen werden.

Der nächste Schritt war für mich der kniffligste: Justage von Umwerfer und Schaltwerk! Mit den beiden Schrauben am Umwerfer:

... wird der Abstand vom Leitblech zum großen bzw. kleinen Kettenblatt eingestellt.

Am Schaltwerk gibt es drei Schrauben:

Die ersten beiden justieren die obere Leitrolle direkt unter dem größten bzw. kleinsten Ritzel. Die dritte Schraube regelt den Abstand zwischen dem größten Ritzel und der oberen Leitrolle. Dieser sollte ca. eineinhalb Kettenglieder entsprechen.

Nachdem der Antrieb soweit fertig gestellt war und die Schaltung grob funktioniert hat, habe ich mich an die Bremsanlage gemacht. Mein Kumpel Ike hat mir zwar seine alten 'Formular RC Tune' überlassen, ich habe mich aber trotzdem für neue 'Shimano Deore BR-M615' entschieden. Diese sind wesentlich einfacher zu handhaben, da sie nach der Montage nicht entlüftet werden müssen.

Meine Gabel verfügt bereits über eine Postmount-Aufnahme. Nachdem ich statt einer 160 mm-Bremsscheibe eine mit 180 mm Durchmesser verwenden wollte, habe ich trotzdem einen Adapter genötigt:

Der Rahmen hat eine IS2000-Aufnahme, was wiederum einen Adapter für die Montage einer Postmount-Bremse erforderlich macht:

Nachdem die Bremssättel montiert waren, musste ich nur noch die Bremsleitungen kürzen und verlegen. Hierfür legt Shimano seinen Bremsen zwar keine Anleitung bei, aber im Internet finden sich gute Videos zum Thema ...

Zwischendurch habe ich noch den Lenker montiert, damit ich Trigger und Bremshebel befestigen konnte. Fertig aufgebaut und eingestellt sieht das Cockpit so aus:

Es folgten Sattel und Sattelstütze:

Beim Sattel habe ich mich für ein einfaches Modell von XLC entschieden, die Sattelstütze stammt von meinem Hardtail. Das Blau ist zwar nicht ganz identisch mit der Rahmenfarbe, "beißt" sich aber auch nicht. ;-)

Zum Schluss habe ich die Pedale montiert:

Ich hatte kurz überlegt, wieder Klickpedale zu verwenden. Nachdem ich zwischenzeitlich aber keine passenden Schuhe mehr habe, wäre das ein verhältnismäßig teures Vergnügen geworden.

Bereift ist mein "self made-Fully" mit klassischen Schwalbe 'Smart Sam' in 26" x 2,10"-Ausführung:

Update: Schon nach der ersten Testfahrt war klar, dass die verbaute Federgabel für ein "Fliegengewicht" wie mich nicht wirklich taugt. :-( Nachdem sich das "self made-Fully" ansonsten aber gut fährt, musste eine Federgabel mit Luftdämpfung her. Meine Wahl viel auf eine einfache 'Rock Shox Recon Silver TK Solo Air PopLoc' mit 100 mm Federweg:

Den Gabelschaft habe ich mit einer Eisensäge passend gekürzt und mit Flach- und Rundfeile entgratet. Zum Einschlagen der Ahead-Kralle hat mir ein Kollege sein Einschlag-Werkzeug geliehen:

Den Gabel-Konus habe ich vorsichtig von der alten Gabel entfernt und mit Kantholz und Gummihammer auf die neue Gabel aufgeschlagen:

Anschließend konnte ich die neue Gabel auch schon einbauen:

Stahlfeder versus Luftdämpfung - das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Der Fairness halber sei aber gesagt, dass zwischen der 'Manitou Axel Elite' und der 'Rock Shox Recon Silver TK Solo Air PopLoc' 13 Jahre Entwicklung liegen!

Die Bremsleitung der Vorderradbremse und den Seilzug für den Lockout-Mechanismus der Federgabel habe ich passend gekürzt:

Am Unterrohr und an zwei Stellen am Oberrohr, wo die Bowdenzüge am Rahmen scheuern, habe ich 3M-Schutzfolie aufgeklebt:

Update: An einem der vielen Regentage in diesem Jahr habe ich spaßeshalber nach einem alternativen Federbein für mein "self made-Fully" gesucht und mit dem 'Rock Shox Ario RL' sogar einen passenden Luftdämpfer gefunden:

Beim Tausch des Federbeins ist darauf zu achten, dass die Einbaulänge und der Hub stimmig sind. Außerdem muss die vordere und hintere Buchsenbreite passen, wobei sich die Einbaubuchsen unter Umständen austauschen lassen - so auch beim 'Rock Shox Ario RL'. Die Original Einbaubuchsen saßen ziemlich fest, ich musste sie mit WD-40 einsprühen und mit dem Gummihammer vorsichtig ausschlagen. Nachdem ich alles gründlich vom WD-40 gereinigt und die Kontaktstellen mit Montagepaste eingestrichen hatte, konnte ich die neuen Einbaubuchsen einklopfen und mit der Schieblehre ausrichten.

Die Original Schrauben (6 mm) musste ich durch neue (8 mm) ersetzen. Nachdem ich dafür die Bohrungen am Rahmen geringfügig vergrößern musste, verwende ich sicherheitshalber zusätzlich Beilagscheiben. Fertig montiert sieht das Ganze so aus:

Nach einer ersten Testfahrt kann ich nur sagen, dass sich auch dieser Umbau gelohnt hat. Der Luftdämpfer spricht viel sensibler an und lässt sich auf Teerstraßen sogar komplett feststellen (Lockout-Funktion). Zwischen dem 'Fastrax RL' (mit Stahlfeder) und dem 'Rock Shox Ario RL' liegen aber wieder 13 Jahre Entwicklung, wahrscheinlich sogar ein paar mehr!?

Update: Last but not least habe ich meinem "self made-Fully" noch eine neue Sattelstütze spendiert:

Die Original Sattelstütze von meinem Hardtail hat einen Durchmesser von 31,6 mm und ist damit einen Ticken zu stark für das Sattelrohr vom 'GHOST FSP'-Rahmen. Nach einem Hinweis von meinem Kumpel Martin habe ich ein wenig im Internet recherchiert und mir eine neue Sattelstütze mit nur 27,2 mm Durchmesser und eine passende Reduzierhülse (31,4 mm / 27,2 mm) bestellt. Nun lässt sich die Sattelstütze bequem absenken.

 

Weiter zum Umbau der Komponenten auf einen 'GHOST AMR'-Rahmen ...